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Sinn und Unsinn von Feiertagen

Ostern! Für den Atheisten sind es einfach nur ein paar freie Tage im Frühling, für den Christen das große Fest zum Thema Tod und Auferstehung seiner Religion. Und für Mütter ein weiteres Fest, neben Weihnachten, was zu manchmal freiwilligen meist aber zwanghaften und damit meist zum scheitern verurteilten und manchmal auch eskalierenden Familienzusammenkünften führt. Über letztere will ich hier schreiben...Ich gehöre zu den Frauen die zu solchen Anlässen alles ganz genau planen. Nichts soll dem Zufall und damit der Kritik der Schwiegermutter oder, schlimmer, der eigenen Mutter überlassen werden. Daher fange ich mit diesen Plänen früh an, meist schon an Neujahr. Die wesentlichen Fragen, die ich mir beantworten muß, sind: Welcher Verwandte kommt an welchem Festtag zu uns, wann fahren wir zu den anderen Verwandten, die nicht kommen (können), was wird wann gegessen und: was um alles in der Welt wird geschenkt??? Nicht zu vergessen die Kleiderfrage. Denn es handelt sich ja um Ostern, das Fest der Auferstehung, der Neuerung. Somit muss natürlich auch meine Garderobe "neu auferstehen" oder besser: neu erstanden werden. Schließlich bleibt noch der Frühjahrsputz für Haus und Garten, der für solche Anlässe unbedingt und besonders gründlich erfolgen soll!Ihr seht, ein Plan der zum Scheitern verurteilt ist. Und so nimmt das alljährliche Schiksal seinen lauf. Spätestens zu Beginn der Fastenzeit nach Aschermittwoch schmeiße ich alle Pläne über den Haufen und verkünde der Familie lautstark meinen Beschluß, dass ich in diesem Jahr mal alles anders machen und die Familienfeierlichkeiten an Ostern ausfallen lassen möchte. Dafür ernte ich vor allem eins: Gelächter, Spott und Unglaube. In der Reihenfolge! Je näher die Ostertage rücken, desto ernster nehmen sie mich allerdings. Leider! Hatte ich doch gehofft, meine Kinder und auch mein Mann würden in Mitleid und Zuspruch verfallen, meine ursprünglichen Pläne 1 zu 1 übernehmen und für mich umsetzen. Ein Wunschdenken! So etwas passiert nicht mal im Märchen. Aber ich klammerte mich wohl insgeheim an diesen Strohhalm. Vermutlich, um mein schlechtes Gewissen der weitläufigeren Familie gegenüber zu rechtfertigen. Der Familie, für die ich meinte diese Wahnsinns Pläne an Familienfeier umsetzen zu müssen. Und genau die Familie, die mir auf meinen Rückzug aus der Feiertagseinladung antworteten, dass es doch eine dämliche Idee wäre immer alle an einen Tisch holen zu wollen um zwanghafte Gespräche über Themen zu führen, die keiner wissen will oder die gelogen sind.Nun haben wir heute Ostern, Ostersonntag um genauer zu sein. Und was soll ich sagen, ich erlebe das wohl bisher ungeplanteste und damit friedlichste Osterfest aller Zeiten. Naja zumindest seit dem ich verheiratet bin und Familie habe. Und ich bin stolz darauf über meinen Schatten gesprungen und mein Pflichtgefühl bezwungen zu haben. Nur auf die neue Garderobe habe ich nicht verzichtet. Aber man muss ja nicht gleich alle schlechten Gewohnheiten über Board werfen...In diesem Sinne Frohe Ostern und entspannte Feiertage

27.3.16 21:40

Letzte Einträge: Feiertage-fast geschafft!, Zurück in den Beruf, Erwartungen aus den Blogs

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